Proof: Verbindliche Druckvorschau vor der Produktion
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Proof: Verbindliche Druckvorschau vor der Produktion

Was ist ein Proof?

Proof ist die verbindliche Druckvorschau, mit der Druckereien vor dem eigentlichen Druck kontrollieren, ob Farben, Layout und Inhalte des späteren Druckergebnisses stimmen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Beweis oder Prüfung. Ein Proof dient als Grundlage für die Druckfreigabe durch die Kundschaft, bevor die eigentliche Produktion beginnt.

Softproof, Hardproof und der Unterschied zum Andruck

Beim Softproof simuliert ein kalibrierter Monitor das spätere Druckergebnis. Voraussetzung für eine zuverlässige Darstellung sind ein kalibrierter Bildschirm, das richtige Farbprofil sowie eine neutral graue Umgebung mit mittlerer Helligkeit. Der Softproof ist schnell und kostengünstig, stößt aber an Grenzen, sobald Papieroptik, Glanz oder Oberflächenstruktur eine Rolle spielen. Der Hardproof dagegen ist ein physischer Ausdruck auf einem zertifizierten Proofsystem mit kalibriertem Tintenstrahldrucker und speziellem Proofpapier. Er bietet eine deutlich höhere Farbverbindlichkeit und bildet zusätzlich das Überdrucken von Farben ab.

Ein Andruck geht noch einen Schritt weiter: Er entsteht nicht auf einem separaten Proofsystem, sondern direkt auf der späteren Druckmaschine oder einer speziellen Andruckpresse, mit denselben Druckplatten, Farben und demselben Papier wie der eigentliche Auflagendruck, und immer in Originalgröße. Das macht den Andruck zur teuersten, aber auch verbindlichsten Methode. Seit den frühen 2000er Jahren wird der klassische Andruck deshalb zunehmend durch den kostengünstigeren Digitalproof ersetzt.

Nicht jeder Proof ist dabei automatisch farbverbindlich. Als farbverbindlich gilt nur eine Druckvorschau nach der Norm ISO 12647-7, die einen Ugra/Fogra-Medienkeil trägt, einen standardisierten Kontrollstreifen, den ein Spektralfotometer messtechnisch mit den Sollwerten der Norm abgleicht. In der Praxis spricht man dann von einem Kontraktproof, der verbindlichen Vorlage für die Druckerei.

steigende Farbverbindlichkeit Softproof Am kalibrierten Bildschirm Hardproof Ausdruck auf Proofpapier Andruck Auf der Originalmaschine
Softproof, Hardproof und Andruck im Vergleich: mit jeder Stufe steigt die Farbverbindlichkeit, aber auch der Aufwand.
Foto des Ugra/Fogra-Medienkeils CMYK: ein gedruckter Farbkontrollstreifen mit zahlreichen einzelnen Farbfeldern zur messtechnischen Prüfung eines farbverbindlichen Proofs
Der Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK, wie er am Rand eines farbverbindlichen Proofs mitgedruckt wird.

Beispiele für Proof

Im klassischen Offsetdruck ist ein Proof besonders wichtig, weil Druckereien die Druckplatten aufwendig vorab anfertigen und nachträgliche Korrekturen entsprechend teuer werden. Im Digitaldruck dagegen, der ganz ohne Druckplatten auskommt und Anpassungen bis kurz vor dem Druck erlaubt, genügt in vielen Fällen ein einfacher Digitalproof oder Softproof, um Layout und Farbigkeit vor der Freigabe zu prüfen. Wer eine Broschüre mit vielen farbkritischen Flächen produzieren lässt, sollte trotzdem zu einem echten Hardproof greifen, während bei einem einfachen Flyer mit wenig Textinhalt oft schon ein Blick auf den Softproof am Bildschirm ausreicht.

Wusstest du?

72 Farbfelder

Der Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK V3.0, der Standard-Kontrollstreifen für farbverbindliche Proofs, besteht aus genau 72 Farbfeldern mit unterschiedlichen Flächendeckungsgraden von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, die ein Spektralfotometer einzeln nachmisst.

Andruck als Magazin

Der Begriff Andruck hat noch eine ganz andere Bedeutung: Seit 2008 ist „Andruck“ auch der Name des Literaturmagazins des Deutschlandfunk für politische Literatur, mit dem Druckbegriff hat der Name nur die Wortherkunft gemeinsam.