Color Management: Farbmanagement für konsistente Druckfarben
Warum sehen Farben am Bildschirm anders aus als im Druck?
Ein Foto wirkt am Monitor kräftig und leuchtend, kommt aus dem Drucker aber blass und mit verschobenen Farbtönen zurück. Genau dieses Problem löst Color Management (auch Farbmanagement oder Color Management System, kurz CMS): ein System aus Geräteprofilen und Einstellungen, das Farben über unterschiedliche Bildschirme, Kameras und Druckmaschinen hinweg so ähnlich wie möglich wiedergibt.
Wie funktioniert Color Management?
Der Grund für die Abweichung liegt darin, dass Geräte Farben technisch unterschiedlich erzeugen. Bildschirme, Kameras und Scanner arbeiten additiv im RGB-Farbraum und mischen Licht aus Rot, Grün und Blau, während die meisten Druckmaschinen subtraktiv im CMYK-Farbraum arbeiten und Farbe auf Papier auftragen. RGB deckt dabei einen deutlich größeren Farbraum ab als CMYK, weshalb beim Umrechnen zwangsläufig ein Teil der Farben nicht exakt identisch reproduziert werden kann.
Um trotzdem ein möglichst stimmiges Ergebnis zu bekommen, beschreibt ein ICC-Profil genau, wie ein bestimmtes Gerät oder Material Farbe darstellt. Ein Farbmanagement-System nutzt diese Profile, um Farbwerte beim Wechsel von einem Gerät zum anderen gezielt umzurechnen, statt sie einfach unverändert zu übernehmen. Ein häufiger Praxisfehler ist, Bilddaten ohne eingebettetes oder zumindest bekanntes Farbprofil weiterzugeben: Ohne diese Information weiß weder die Software noch die Druckerei, welcher Farbraum ursprünglich gemeint war, und das Ergebnis wird unvorhersehbar.
Beispiele für Color Management
Ein Hochzeitsfotograf bearbeitet seine Bilder an einem unkalibrierten Laptop-Bildschirm und liefert sie ohne eingebettetes Farbprofil an die Druckerei. Im gedruckten Fotobuch wirken Hauttöne anschließend leicht rötlich, weil der Bildschirm von Anfang an zu warm kalibriert war und die Druckerei den Farbraum raten musste. Mit einem kalibrierten Monitor und einem mitgelieferten Farbprofil lässt sich ein solches Ergebnis schon vor dem Druck am Bildschirm realistisch einschätzen.
Wusstest du?
Acht Gründer, 1993
Den ICC-Profilstandard legte 1993 ein Konsortium aus acht Unternehmen fest, darunter Adobe, Apple, Microsoft und Kodak, um Farbmanagement herstellerübergreifend einheitlich zu machen.
4 Rendering Intents
Der ICC-Standard kennt vier feste Methoden, mit denen nicht darstellbare Farben beim Umrechnen behandelt werden, von sanften Anpassungen bis zur möglichst exakten Einzelfarbtreue.
Soft-Proof
Ein kalibrierter Bildschirm kann das spätere Druckergebnis per Software bereits grob simulieren, noch bevor überhaupt ein echter Andruck oder Proof gedruckt wird.