Drucklack: welche Lackarten es gibt und wofür sie sich eignen
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Drucklack: welche Lackarten es gibt und wofür sie sich eignen

Was ist Drucklack?

Drucklack ist eine flüssige oder pastöse Veredelungsschicht, die nach dem eigentlichen Druck zusätzlich auf den Bedruckstoff aufgetragen wird, um ihn zu schützen oder optisch beziehungsweise haptisch aufzuwerten. Je nach Material unterscheidet man vor allem zwischen dem klassischen Öldrucklack, wasserbasiertem Dispersionslack und strahlungshärtendem UV-Lack. Glanz und Matt sind dabei keine eigenen Lackarten, sondern Oberflächenfinishs, die sich bei den meisten dieser Grundtypen wählen lassen, auch die Bezeichnung Schutzlack ist kein fester Fachbegriff, sondern beschreibt lediglich die schützende Funktion, die in der Praxis meist über Dispersionslack umgesetzt wird.

Welche Drucklack-Arten gibt es?

Bei der Drucklackierung kommen je nach Zweck unterschiedliche Materialien und Auftragsarten zum Einsatz. Die drei Grundtypen unterscheiden sich vor allem durch ihre Trocknung:

  • Öldrucklack – die älteste und einfachste Lackiermethode, wird wie eine normale Druckfarbe verarbeitet und zieht tief ins Papier ein. Bietet dezenten Schutz für Naturpapiere oder matt gestrichene Papiere, ohne deren natürliche Haptik zu verändern.
  • Dispersionslack – wasserbasiert, trocknet durch Verdunstung direkt im Lackwerk der Druckmaschine. Günstig und schnell, dadurch die Standardlösung für die Schutzlackierung von Broschüren, Flyern und Verpackungen.
  • UV-Lack – besteht zu 100% aus Feststoffen und härtet binnen Sekunden unter UV-Strahlung aus. Erlaubt dickere Schichten mit kräftigem Glanz oder sehr dezenter Mattierung, Standard bei hochwertigen Katalogen und Visitenkarten.

Spezial- und Effektlacke

Darauf aufbauend gibt es eine Reihe von Speziallacken für besondere optische oder haptische Effekte:

  • Spotlack – ein partiell aufgetragener UV-Lack, der nur auf einzelnen Elementen wie Logos oder Schriftzügen sitzt und dort gezielte Glanzkontraste setzt.
  • Relieflack (teils auch Strukturlack genannt) – dickschichtig aufgetragener UV-Lack, der spürbar erhaben auf der Oberfläche liegt, ohne den Bedruckstoff selbst zu verformen.
  • Drip-off-Lack – eine Kombination aus partiellem Öldrucklack und vollflächigem Dispersionslack, die wegen ihrer unterschiedlichen Grenzflächenspannung nicht ineinander verlaufen und so einen Matt-Glanz-Kontrast im selben Arbeitsgang erzeugen.
  • Soft-Touch-Lack (auch Samt-Touch oder Silk-Feel) – erzeugt durch eine mikrostrukturierte Oberfläche eine samtig-weiche, gummiartige Haptik.
  • Duftlack – enthält mikroverkapselte Duftstoffe, die erst durch Reiben oder Druck auf der Oberfläche freigesetzt werden.
  • Thermofarbe (oft als Thermolack bezeichnet) – verändert ab einer bestimmten Temperatur reversibel oder dauerhaft ihre Farbe, wird allerdings meist im Siebdruck statt im klassischen Lackwerk aufgetragen.
  • Glitzerlack – ein transparenter Lack mit eingearbeiteten Glitterpartikeln, die das Licht reflektieren.
  • Rubbellack (auch Scratch-off-Lack genannt) – eine abrubbelbare Lackschicht, unter der sich ein verdeckter Code oder Gewinn verbirgt. Streng genommen zählt er nicht zu den klassischen Drucklacken, sondern wird im Siebdruck aufgetragen, taucht aber in der Praxis meist in derselben Veredelungs-Kategorie auf.
Rubbellack mit abgerubbelter Fläche, die einen verdeckten Code freilegt
Rubbellack (KI-Bild)
Spotlack als glänzender Effekt auf einzelnen Elementen eines Drucks
Spotlack (KI-Bild)

Beispiele für Drucklack

Bei einem Parfümflyer treffen oft mehrere Lackarten im selben Druck zusammen: Das Logo bekommt einen glänzenden Spotlack, die restliche Fläche einen matten Dispersionslack als Grundschutz, und an einer Stelle setzt Duftlack den eigentlichen Produktduft frei. Bei einer Weinverpackung sorgt dagegen oft Soft-Touch-Lack für den samtigen Griff, während ein Drip-off-Lack auf dem Etikett das Logo glänzend aus einer durchgehend matten Fläche hervortreten lässt.

Wusstest du?

Herkunft

Früher gab es nur einen

Lange bevor es Dispersions- oder UV-Lacke gab, war der Öldrucklack schlicht der einzige Drucklack, er gilt bis heute als die älteste Lackiermethode im Druck.

Dauer

Zehn Jahre Duft

Die Mikrokapseln in Duftlack platzen nicht alle gleichzeitig auf, dadurch kann der Duft auf einer Verpackung theoretisch bis zu zehn Jahre lang abrufbar bleiben.

Kontrast

70 Prozent Unterschied

Beim Drip-off-Verfahren kann der Glanzunterschied zwischen der matten und der glänzenden Fläche bis zu 70 Prozent betragen, gemessen rein physikalisch durch die unterschiedliche Lichtreflexion.

Täuschung

Fühlbare Pfirsichhaut

Mit Soft-Touch-Lack lassen sich täuschend echte Oberflächen wie Pfirsichhaut, Rosenblätter oder sogar Autoreifen nachbilden, rein über die Mikrostruktur des Lacks.