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Auflösung: dpi, ppi und was Druckdaten wirklich brauchen

Was bedeutet Auflösung im Druck?

Auflösung (auch Bildauflösung genannt) beschreibt, wie viele Bildpunkte pro Flächeneinheit ein digitales Bild enthält. Im Druck wird sie meist in dpi angegeben, wobei genau genommen ppi (pixels per inch) die Auflösung eines Bildes und dpi (dots per inch) die Auflösung eines Ausgabegeräts wie eines Druckers beschreibt. Je höher die Auflösung, desto feiner und detailreicher lässt sich ein Bild reproduzieren, allerdings ist ab einem bestimmten Punkt keine sichtbare Verbesserung mehr möglich.

Wie viel Auflösung braucht ein Druckprodukt wirklich?

Wie viel Auflösung ein Druckprodukt tatsächlich benötigt, hängt vor allem vom Betrachtungsabstand ab: Das menschliche Auge kann Details nur bis zu einer bestimmten Feinheit unterscheiden, abhängig davon, wie nah man an das gedruckte Motiv herangeht. Eine Broschüre oder ein Flyer, die aus rund 30 Zentimetern Entfernung gelesen werden, brauchen deshalb eine Auflösung von etwa 300 dpi. Ein Poster, das aus einem Meter Entfernung betrachtet wird, kommt bereits mit deutlich weniger aus, und ein Großflächenplakat oder Banner, das aus mehreren Metern angeschaut wird, benötigt oft nur einen Bruchteil davon, ohne dass ein Unterschied sichtbar wäre.

Ein häufiger Fehler ist es, Bilder direkt von einer Website (meist 72 dpi) unverändert für den Druck zu verwenden. Das Ergebnis wirkt dann sichtbar unscharf oder verpixelt, da schlicht nicht genügend Bildinformation vorhanden ist. Auch das nachträgliche Vergrößern eines Bildes im Layoutprogramm senkt die effektive Auflösung im Endformat, ein Bild mit 300 dpi bei 10 mal 10 Zentimetern hat bei doppelter Größe nur noch 150 dpi. Logos und Schriften sollten deshalb möglichst nie als Pixelbild, sondern als Vektordaten geliefert werden, damit Kanten in jeder Größe scharf bleiben.

Zum Vergrößern anklicken: Vergleich von Bildern mit unterschiedlicher Auflösung.

Beispiele für Auflösung

Wie viel dpi im Einzelfall wirklich nötig sind, lässt sich sogar rechnerisch herleiten: Ein normalsichtiges Auge erkennt zwei Punkte erst als getrennt, wenn sie mindestens eine Bogenminute auseinanderliegen, also ein sechzigstel Grad. Wie groß dieser Mindestabstand in Millimetern tatsächlich ist, hängt vom Betrachtungsabstand ab und lässt sich über den Tangens dieses Winkels berechnen. Bei 30 Zentimetern Abstand, wie bei einer Broschüre in der Hand, ergibt das einen Punktabstand von etwa 0,087 Millimetern, umgerechnet auf dpi (ein Zoll entspricht 25,4 Millimetern) landet man damit bei den bekannten rund 300 dpi. Vergrößert sich der Betrachtungsabstand, sinkt der rechnerisch nötige dpi-Wert im gleichen Verhältnis, wie die folgende Übersicht zeigt.

DruckproduktBetrachtungsabstandEmpfohlene Auflösung
Flyer, Broschüren, Visitenkartenca. 30 cmca. 300 dpi
Poster bis DIN A2ca. 1 mca. 100 bis 150 dpi
Plakate DIN A1 / A0ab 2 mca. 50 bis 70 dpi
Großflächenplakate, Bannerab 5 mca. 20 bis 30 dpi

Wusstest du?

Historischer Standard

Der Wert von 300 dpi wurde in den 1980er Jahren zum Industriestandard, nachdem Apples LaserWriter 1985 als einer der ersten Laserdrucker für den Massenmarkt genau diese Auflösung bot.

Ursprung des Rasterpunkts

Das Prinzip, Bilder in einzelne Punkte zu zerlegen, geht auf die von Georg Meisenbach 1882 patentierte Autotypie zurück, mit der erstmals Fotos im industriellen Druck reproduziert werden konnten.

Retina-Displays

Interessanterweise liegen viele hochauflösende „Retina“-Bildschirme bei einer ähnlichen Pixeldichte um 300 ppi, wie sie seit Jahrzehnten als Faustregel im Druck gilt.

Ausgabeauflösung von Druckern

Digitaldruck- und Belichtungssysteme arbeiten technisch oft mit deutlich höheren Ausgabeauflösungen von 1200 dpi oder mehr, auch wenn die gelieferten Bilddaten selbst meist nur rund 300 dpi benötigen.