Bindung: Welche Bindearten es im Druck gibt
Was ist eine Bindung?
Wer eine Broschüre, ein Buch oder einen Kalender drucken lässt, muss sich am Ende für eine Bindung entscheiden. Die Bindung, auch Heftung genannt, ist die buchbinderische Weiterverarbeitung, die aus losen, bedruckten Bogen ein fertiges, zusammenhängendes Druckprodukt macht. Welche Bindeart die richtige ist, hängt vor allem von Seitenumfang, Haltbarkeit, Kosten und dem gewünschten Aufschlagverhalten ab.
Die vier wichtigsten Bindearten im Detail
Klammerheftung
Bei der Klammerheftung, auch Drahtheftung oder Rückstichheftung genannt, werden die ineinandergelegten Bogen im Falz mit zwei Drahtklammern zusammengeheftet. Sie ist die günstigste und schnellste Bindeart, eignet sich aber nur für einen begrenzten Seitenumfang, und die Gesamtseitenzahl muss dabei immer durch 4 teilbar sein. Typisch ist sie bei Broschüren, Magazinen und Programmheften.
Vorteile
- Sehr günstig und schnell produziert
- Gutes, weites Aufschlagverhalten
Nachteile
- Nur begrenzter Seitenumfang möglich
- Wirkt weniger hochwertig als Klebe- oder Fadenbindung

Klammerheftung: zwei Drahtklammern im Falz.
Klebebindung
Bei der Klebebindung wird der Buchrücken mit Klebstoff, meist Hotmelt, Dispersions- oder Polyurethanklebstoff (PUR), verklebt und mit einem Umschlag versehen. Sie benötigt eine Mindestrückenstärke von etwa 4 Millimetern, dafür lassen sich auch sehr hohe Seitenzahlen kostengünstig binden. Der Nachteil: Der Buchblock lässt sich nicht vollständig flach aufschlagen, ohne dass der Rücken bricht.
Vorteile
- Hochwertige Optik mit Umschlag
- Auch für hohe Seitenzahlen geeignet
Nachteile
- Schlägt nicht vollständig flach auf
- Mindestrückenstärke von etwa 4 mm nötig

Klebebindung: verklebter Buchrücken mit Umschlag.
Fadenheftung
Die Fadenheftung gilt als die hochwertigste und langlebigste Bindeart. Dabei werden einzelne Lagen zu je 16 Seiten gefalzt, im Falz vernäht und anschließend miteinander verknotet. Das Ergebnis lässt sich vollständig flach aufschlagen und hält jahrzehntelanger Beanspruchung stand, ist dafür aber aufwendiger und teurer als Klebebindung oder Klammerheftung.
Vorteile
- Sehr langlebig und robust
- Schlägt vollständig flach auf
Nachteile
- Aufwendiger und teurer in der Herstellung
- Erst ab höheren Mindestauflagen wirtschaftlich

Fadenheftung: vernähte und verknotete Lagen.
Spiralbindung
Bei der Spiralbindung, auch Wire-O-Bindung, Drahtkammbindung oder Metall-Ringbindung genannt, wird jede Seite einzeln gelocht und eine durchgehende Spirale aus Kunststoff oder Metall hindurchgezogen. Dadurch lässt sich das Produkt um volle 360 Grad aufklappen und liegt flach auf dem Tisch, was sie ideal für Kalender, Kochbücher oder Notenbücher macht. Die maximale Seitenzahl richtet sich nach dem Spiraldurchmesser.
Vorteile
- 360 Grad aufklappbar, liegt flach
- Robust bei häufigem Gebrauch
Nachteile
- Seitenzahl durch Spiraldurchmesser begrenzt
- Kein klassischer Buchrücken für Beschriftung

Spiralbindung: durchgezogene Spirale aus Kunststoff oder Metall.
Weitere Bindearten auf einen Blick
- Ringösenheftung: Variante der Klammerheftung mit nach außen gebogenen Ösen zum Abheften in Ordnern.
- Blockleimung: Seiten am Rücken nur leicht verleimt, einzeln leicht heraustrennbar, typisch für Schreib- oder Abreißblöcke.
- Klebefalz: Leim auf der Faltkante, günstig für kurzlebige, hochauflagige Drucksachen wie Prospekte.
- Fadensiegelung: Kombination aus Fadenheftung und Klebebindung, beständig aber aufwendig, heute selten genutzt.
- Flatbook-Bindung: Bogen vollflächig verklebt, Buch lässt sich komplett flach und eben aufschlagen.
Beispiele für Bindung
Grobe Richtwerte helfen bei der Entscheidung: Klebebindung braucht eine Mindestrückenstärke von etwa 4 Millimetern, das entspricht ungefähr 32 Seiten, darunter bleibt praktisch nur die Klammerheftung. Bei der Spiralbindung setzt der Spiraldurchmesser die Grenze, gängige Spiralen verarbeiten Blockstärken bis etwa 18 Millimeter, bei normalem Druckerpapier also bis zu rund 400 Seiten. Die Fadenheftung kommt dagegen praktisch ohne Obergrenze aus, hier lassen sich auch Werke mit deutlich über 1.000 Seiten stabil zusammenhalten. Allerdings lohnt sie sich meist erst ab Mindestauflagen von etwa 100 bis 500 Exemplaren, für Einzelstücke oder Print-on-Demand kommen deshalb meist PUR-Klebebindung oder digitale Bindeverfahren zum Einsatz.
Welche Bindeart zu welchem Druckprodukt passt, zeigt die folgende Übersicht auf einen Blick:
| Bindeart | Broschüren | Hardcover- Bücher | Softcover- Bücher | Kataloge & Magazine | Kalender | Blöcke | Speise- karten | Durchschreibe- sätze | Eintritts- karten | Wiss. Arbeiten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fadenheftung | ✓ | ✓ | ✓ | |||||||
| Klammerheftung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ||||||
| Flatbook-Bindung | ✓ | ✓ | ||||||||
| Klebebindung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | |||||
| Ringösenheftung | ✓ | ✓ | ||||||||
| Spiralbindung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | |||||
| Klebefalz | ✓ | |||||||||
| Fadensiegelung | ✓ | ✓ | ||||||||
| Leimung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ||||||
| Blockleimung | ✓ | ✓ |
Wusstest du?
Die Fadenheftung wird schon seit dem Mittelalter zum Binden von Handschriften und Inkunabeln verwendet. Ihr Grundprinzip hat sich in rund 600 Jahren kaum verändert.
Die handwerkliche Klebebindung mit Kaltleim wird auch Lumbecken genannt. In kleineren Betrieben lassen sich damit bis heute Bücher ohne große Maschinen binden.
Wire-O ist eigentlich nur einer von mehreren Markennamen für dieselbe Doppeldraht-Bindetechnik. Je nach Hersteller findet man auch Bezeichnungen wie Ring Wire oder WireBind, gemeint ist technisch aber immer dasselbe Verfahren.