Druckverfahren: Die wichtigsten Techniken im Überblick
Was sind Druckverfahren?
Wer sich mit dem Druck eines Projekts beschäftigt, ob Broschüre, Verpackung oder Textildruck, stößt spätestens bei der Auswahl der Druckerei auf die Frage nach dem passenden Druckverfahren. Je nach Produkt, Material und Auflage kommen dabei ganz unterschiedliche Drucktechniken (auch Druckarten oder Drucktechnik genannt) zum Einsatz, jede mit eigenen Stärken, Kosten und Einsatzgrenzen.
Welche Druckverfahren gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet die Druckbranche vier klassische Drucktechniken, dazu kommt der moderne Digitaldruck als datenbasierte Sonderform:
- Hochdruck (Buchdruck): Die druckenden Elemente stehen erhaben hervor und übertragen die Farbe direkt aufs Papier, historisch das älteste Verfahren, heute vor allem noch als Letterpress für hochwertige Einladungskarten oder als Flexodruck für Verpackungen und Etiketten.
- Tiefdruck (Rotationstiefdruck): Die druckenden Elemente liegen vertieft in einem Zylinder und nehmen dort die Farbe auf, lohnt sich erst bei sehr hohen Auflagen wie Katalogen oder Zeitschriften wegen der teuren Druckzylinder.
- Flachdruck (Offsetdruck): Druckende und nicht druckende Bereiche liegen auf einer Ebene, die Trennung erfolgt chemisch über Fett und Wasser, der Standard für Flyer, Broschüren, Bücher und die meisten klassischen Druckprodukte.
- Durchdruck (Siebdruck): Die Farbe wird durch eine feinmaschige Schablone gedrückt, typisch für Textildruck, Werbetechnik und Drucke auf ungewöhnlichen Materialien wie Flaschen oder Schildern.
- Digitaldruck: Kein physisches Druckbild wie Platte oder Sieb nötig, das Motiv wird direkt aus der Datei gedruckt, ideal für kleine Auflagen, individualisierte Drucke und schnelle Lieferzeiten.
Bei der Wahl des passenden Verfahrens zählt vor allem die Auflage: Für kleine Stückzahlen ist Digitaldruck meist die günstigere und schnellere Wahl, während sich Offset- oder Tiefdruck erst ab größeren Mengen finanziell lohnt, weil sich die Rüstkosten für Druckplatten oder Druckzylinder erst über viele Exemplare verteilen.
Beispiele für Druckverfahren
Hochdruck-Letterpress wird heute gerne für Hochzeitseinladungen mit fühlbar geprägter Schrift gewählt. Tiefdruck kommt bei sehr großen Werbeprospekten und Zeitungsbeilagen mit Millionenauflage zum Einsatz. Flachdruck (Offset) druckt die meisten Bücher und Zeitschriften im Buchhandel. Durchdruck bedruckt Sporttrikots und beleuchtete Werbeschilder. Digitaldruck eignet sich dagegen für kurzfristig benötigte Einzelstücke wie ein persönliches Fotobuch oder eine kleine Serie individualisierter Visitenkarten.
Wusstest du?
Gutenberg um 1450
Johannes Gutenberg gilt mit seiner Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 als Wegbereiter des modernen Hochdrucks und der industriellen Vervielfältigung von Texten.
Von Blech zu Papier, 1875 bis 1904
Robert Barclay entwickelte 1875 ein frühes Offset-Prinzip für den Druck auf Blech, erst 1904 passte Ira Washington Rubel dieses Prinzip für den Papierdruck an, wodurch der moderne Offsetdruck entstand.
Erst seit den 1990er Jahren relevant
Digitaldruck als ernstzunehmende Alternative für den professionellen Druck etablierte sich erst in den 1990er Jahren, als erste hochwertige Farblaser- und Inkjet-Systeme für den kommerziellen Einsatz verfügbar wurden.