Euroskala: Bedeutung und Herkunft im Vierfarbdruck
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Euroskala: Bedeutung und Herkunft im Vierfarbdruck

Was ist Euroskala?

Euroskala ist die Kurzbezeichnung für die Europäische Farbskala für den Offsetdruck, auch als Europa-Farbskala bekannt. Der Begriff steht für ein standardisiertes Farbsystem auf Basis der vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key, also CMYK, mit dem eine einheitliche Farbwiedergabe im Vierfarbdruck sichergestellt werden soll.

Woher kommt die Euroskala und was gilt heute?

Ihren Ursprung hat die Euroskala in der DIN Norm 16539 aus dem Jahr 1971, die die Farbwerte für den Offsetdruck festlegte. Für den Hochdruck existierte parallel dazu die DIN 16538. Im Zuge einer internationalen Vereinheitlichung wurde die DIN 16539 im Mai 2002 ersatzlos zurückgezogen. Seither gilt die ISO Norm 2846​1 als Empfehlung, die neben der Euroskala auch die US amerikanische Norm SWOP und die japanische Norm Japan Colours SF 90 ablöst.

NormStatus
DIN 16539 (Offsetdruck, 1971)Im Mai 2002 zurückgezogen
ISO 2846​1Seit 2002 empfohlene Nachfolgenorm
ISO 12647​2Aktuelle Praxisnorm für den Offsetdruck

In der Praxis hat sich der Begriff Euroskala trotzdem gehalten und wird oft synonym zur ISO Skala verwendet, auch wenn er streng genommen keine aktuelle Norm mehr bezeichnet. Gebräuchlich sind Bezeichnungen wie 4C Euroskala für den vierfarbigen Offsetdruck sowie die Zusätze 4/0 für eine vierfarbige Vorderseite mit unbedruckter Rückseite und 4/4 für beidseitig vierfarbigen Druck. Die Euroskala bestimmt außerdem die Reihenfolge, in der die Druckplatten im Offsetdruck zum Einsatz kommen. Lässt sich ein gewünschter Farbton nicht aus den vier Prozessfarben mischen, kommen stattdessen Sonderfarben wie Pantone oder HKS zum Einsatz.

Zum Vergrößern anklicken: CMYK und Euroskala im Überblick.

Beispiele für Euroskala

Wer heute in älteren Grafikprogrammen wie Photoshop nach einem CMYK Farbprofil sucht, stößt manchmal noch auf Einträge wie „Euroscale Coated“ oder „Euroscale Uncoated“. Diese Profile stammen noch aus den 1990er Jahren und rechnen mit einem höheren Farbauftrag als die heute üblichen ISO Coated Profile, weshalb Druckereien inzwischen eher zu aktuellen ISO Profilen raten, auch wenn der alte Name in manchen Workflows bis heute mitläuft.

Wusstest du?

01
Wortherkunft

Die Schlüsselplatte

Der Buchstabe K für Schwarz geht auf die Key Plate zurück, eine Regulierschraube an Rotationsdruckmaschinen, die schon 1843 im Einsatz war, lange bevor es die Euroskala gab.

02
Vorgeschichte

Blau statt Schwarz

Der Erfinder des Mehrfarbendrucks, Jakob Christoph Le Blon, gab im 18. Jahrhundert der Farbe Blau die Schlüsselrolle, die später im Vierfarbdruck an Schwarz überging.