Flexodruck: Das Hochdruckverfahren für Verpackungen
Was ist Flexodruck?
Flexodruck ist ein direktes Hochdruckverfahren, bei dem eine flexible, elastische Druckplatte namens Klischee die zu druckenden Motive erhaben trägt und die Farbe direkt auf den Bedruckstoff überträgt. Das Verfahren wurde ursprünglich als Anilindruck bezeichnet, benannt nach den anfangs verwendeten Anilinfarben, und erst 1952 in Flexodruck umbenannt.
Wie Flexodruck funktioniert
Im Zentrum des Verfahrens stehen drei gegenläufig rotierende Zylinder: Eine Rasterwalze mit feinen Näpfchen nimmt dünnflüssige Farbe auf Wasser-, Lösemittel- oder UV-Basis auf und überträgt sie gleichmäßig auf den Druckformzylinder, auf dem das Klischee sitzt. Der Gegendruckzylinder führt anschließend den Bedruckstoff an dieser Stelle vorbei, sodass die Farbe direkt vom Klischee auf das Material übertragen wird. Bei hochwertigeren Maschinen sorgt zusätzlich ein Kammerrakel für eine besonders präzise Farbdosierung auf der Rasterwalze.
Das Klischee selbst besteht aus elastischem Fotopolymer oder Gummi, wodurch es sich auch weichen, unebenen Materialien gut anpasst. Je nachdem, wie viele Farben ein Motiv benötigt, verfügen Flexodruckmaschinen über bis zu zehn eigene Druckwerke, jeweils mit eigener Rasterwalze und eigenem Klischee für eine Farbe.
Der große Vorteil des Flexodrucks liegt in der Materialvielfalt: Er eignet sich für Kunststofffolien, Papier, Karton, Wellpappe und Textilien gleichermaßen, auch für nicht saugfähige oder schwer zu bedruckende Oberflächen. Dafür liegt die erreichbare Druckqualität insgesamt etwas unter der des Offsetdrucks, was bei den meisten Verpackungsanwendungen aber keine Rolle spielt.
2 Bedruckstoff
3 flexible Druckplatte (Klischee)
4 Druckzylinder
5 Rakelkammer
6 Rasterwalze
7 Druckfarbe
Beispiele für Flexodruck
In der Verpackungsindustrie ist Flexodruck die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Technik. Wellpappenkartons und Faltschachteln werden ebenso im Flexodruck bedruckt wie flexible Verpackungen aus Folie, etwa Brötchentüten, Aktionstüten oder Kreuzbodenbeutel. Auch selbstklebende Etiketten, Klebebänder sowie bedrucktes Geschenkpapier, Tapeten und Servietten entstehen häufig im Flexodruckverfahren.
Wusstest du?
Der deutsche Drucker Carl Hollweg meldete 1907 das erste Patent auf das damalige Anilindruckverfahren an: eine Rotationsdruckmaschine, die in Alkohol gelöste Anilinfarben mit elastischen Gummidruckplatten auf Papierbahnen auftrug.
Der Begriff Klischee stammt vom französischen Wort cliché ab, was so viel wie Abklatsch bedeutet. Das Druckprinzip erinnert dabei nicht zufällig an einen ganz gewöhnlichen Stempel.