FSC-zertifiziertes Papier: Herkunftsnachweis für nachhaltige Druckprodukte
Was ist FSC-zertifiziertes Papier?
Wer heute Flyer, Visitenkarten oder Broschüren bei einer Online-Druckerei bestellt, stößt bei der Papierauswahl fast immer auf die Option FSC-zertifiziertes Papier. Der Begriff steht für Papier, dessen Holzfasern nachweislich aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Vergeben wird das Siegel vom Forest Stewardship Council (FSC), einer internationalen, gemeinnützigen Organisation.
Wie funktioniert die FSC-Zertifizierung, und was unterscheidet sie von PEFC?
Damit ein Druckprodukt tatsächlich als FSC-zertifiziert gelten darf, muss nicht nur der Wald, sondern jedes einzelne Unternehmen entlang der Lieferkette zertifiziert sein, vom Forstbetrieb über den Papierhersteller bis zur Druckerei. Man spricht hier von der Produktkettenzertifizierung, kurz Chain of Custody (COC). Je nach Herkunft des Materials vergibt der FSC unterschiedliche Label: FSC Mix steht für eine Mischung aus zertifiziertem Holz, kontrollierten Quellen und Recyclingmaterial, FSC Mix 70% garantiert einen Mindestanteil von 70% aus diesen Quellen, und FSC Recycled 100% kennzeichnet Papier, das vollständig aus Altpapier besteht.
Ein häufiges Missverständnis betrifft das Logo selbst: Nur Unternehmen mit eigenem Chain-of-Custody-Zertifikat dürfen das FSC-Siegel direkt auf ihre Druckprodukte drucken (On-Product-Logo). Taucht das Logo lediglich auf der Rechnung einer Druckerei auf (Off-Product-Logo), dient das meist nur zu Werbezwecken und bedeutet nicht automatisch, dass das bestellte Druckprodukt selbst zertifiziert ist. Ebenfalls oft verwechselt wird die FSC-Zertifizierung mit chlorfrei gebleichtem Papier: Während FSC und PEFC die Herkunft der Holzfasern regeln, betrifft eine chlorfreie Bleiche ausschließlich den Prozess, mit dem der Zellstoff aufgehellt wird. Das sind zwei unabhängige Kriterien, die bei einem Papier aber durchaus gemeinsam erfüllt sein können.
| Kriterium | FSC | PEFC |
|---|---|---|
| Gegründet | 1993 in Toronto | 1999, ursprünglich als europäische Initiative |
| Ansatz | einheitliche, weltweit geltende Standards | an nationale Gegebenheiten angepasste Kriterien |
| Stärke | international breit anerkannt | besonders stark in Europa vertreten |
Beispiele für FSC-zertifiziertes Papier
Viele Verlage drucken inzwischen ganze Buchauflagen ausschließlich auf FSC-zertifiziertem Papier und weisen das im Impressum aus. Auch bei Wahlkampfmaterialien oder Geschäftsberichten großer Unternehmen ist die Zertifizierung längst Standard, weil sie glaubwürdig zeigt, dass das verwendete Papier nachvollziehbar aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Wer als kleines Unternehmen eigene Visitenkarten oder Flyer mit dem FSC-Logo drucken lassen möchte, braucht dafür entweder eine eigene Chain-of-Custody-Zertifizierung oder muss auf das Logo der zertifizierten Druckerei zurückgreifen.
Wusstest du?
Der FSC entstand ein Jahr nach dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992, auf dem sich die Staaten nicht auf ein verbindliches Abkommen zum Schutz der Wälder einigen konnten. Umweltverbände, die Holzindustrie und Vertreter indigener Völker gründeten daraufhin 1993 in Toronto eine eigene, unabhängige Organisation.
PEFC entstand 1999, nachdem europäische Privatwaldbesitzer 1997 gegen eine Bevorzugung von FSC-zertifiziertem Holz protestiert hatten und ein eigenes System schaffen wollten, das besser auf kleinere, regionale Waldbetriebe zugeschnitten ist.