HKS: Deutsches Farbsystem für Sonderfarben im Druck
Was ist HKS?
HKS ist ein deutsches Farbsystem für Sonderfarben, oft auch als HKS-Farbe oder Schmuckfarbe bezeichnet, mit dem sich Farbtöne im Druck exakt und wiederholbar festlegen lassen. Jede Farbe im HKS-Farbfächer ist über eine feste Nummer und eine genau definierte Druckfarbrezeptur bestimmt, wodurch Marken und Druckereien im deutschsprachigen Raum dieselbe Farbe eindeutig kommunizieren können.
Wie ist der HKS-Farbfächer aufgebaut?
Der HKS-Farbfächer besteht aus 88 Basisfarben, die jeweils in 39 Abstufungen unterteilt sind, insgesamt also 3.520 Volltonfarben. Fast alle HKS-Farben, mit Ausnahme der Metallicfarben, lassen sich aus neun Grundfarben plus Schwarz und Weiß mischen. Weil Druckfarbe je nach Papier unterschiedlich wirkt, gibt es außerdem getrennte Farbfächer für gestrichenes Papier und ungestrichenes Naturpapier.
Ein häufiger Fehler ist es, HKS und Pantone gleichzusetzen. Beide sind eigenständige Sonderfarbensysteme mit eigenen Nummern und Rezepturen, eine direkte 1:1 Umrechnung zwischen beiden gibt es nicht. Ebenso lässt sich nicht jede HKS-Farbe exakt im CMYK-Druck nachbilden, da manche Töne wie kräftiges Orange oder bestimmte Blautöne außerhalb des CMYK-Farbraums liegen.

Beispiele für HKS
In Deutschland setzen viele Unternehmen und Verlage auf HKS, um ihr Firmenlogo in Broschüren, Geschäftsausstattung oder Verpackungen farblich exakt gleich zu halten. Auch im Siebdruck und bei Werbetechnik-Beschriftungen kommt HKS häufig zum Einsatz, weil sich die Sonderfarben unabhängig vom Bedruckstoff zuverlässig reproduzieren lassen.
Wusstest du?
Der HKS Warenzeichenverband wurde von den drei deutschen Druckfarbenherstellern Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger und H. Schmincke & Co. gegründet und definiert HKS-Farben seit 1968.
Neben Kunstdruckpapier (K) und Naturpapier (N) gibt es HKS-Farbfächer auch für Endlospapier (E) und Zeitungspapier (Z), da jede Papierart die Farbe anders wiedergibt.
Johannes Gutenberg entwickelte um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern und legte damit die technische Grundlage, aus der sich Jahrhunderte später auch standardisierte Farbsysteme wie HKS entwickeln konnten.
Anders als das international verbreitete Pantone-System wird HKS vor allem im deutschsprachigen Raum genutzt, etwa im Offset- und Siebdruck.