Laufrichtung: Warum die Faserrichtung beim Papier zählt
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Laufrichtung: Warum die Faserrichtung beim Papier zählt

Was ist die Laufrichtung?

Wer größere Papiermengen bestellt oder ein aufwendiges Falzprodukt gestalten lässt, bekommt früher oder später Begriffe wie Schmalbahn oder Breitbahn zu hören. Die Laufrichtung, auch Papierlaufrichtung oder Faserrichtung genannt, bezeichnet die Richtung, in der sich die Papierfasern bei der Herstellung ausrichten, parallel zur Laufrichtung der Papiermaschine. Sie beeinflusst maßgeblich, wie sich das Papier beim Drucken, Falzen und Binden verhält.

Schmalbahn und Breitbahn: was der Unterschied bedeutet

Bei der Schmalbahn (SB, englisch Long Grain) verlaufen die Papierfasern parallel zur langen Seite des Bogens, bei der Breitbahn (BB, englisch Short Grain) dagegen parallel zur kurzen Seite. Ein DIN-A4-Blatt mit den Maßen 210 mal 297 Millimeter hat in Schmalbahn seine Fasern also entlang der 297-Millimeter-Seite ausgerichtet, in Breitbahn entlang der 210-Millimeter-Seite.

Die Laufrichtung ist deshalb wichtig, weil Papierfasern hygroskopisch sind: Sie nehmen Feuchtigkeit auf und dehnen sich dabei quer zur Faser deutlich stärker aus als entlang der Faser. Gleichzeitig lässt sich Papier in Laufrichtung leichter und mit glatterem Ergebnis falzen, während es quer zur Faser eher bricht oder ausfranst. Für Mehrfarbendrucke wird deshalb in der Regel Schmalbahn bevorzugt, weil sich dabei über den gesamten Auflagendruck ein gleichmäßigerer Passer erzielen lässt. Breitbahn kommt nur ausnahmsweise zum Einsatz, etwa wenn es die spätere buchbinderische Verarbeitung erfordert.

Schmalbahn Fasern parallel zur langen Seite Breitbahn Fasern parallel zur kurzen Seite
Schmalbahn und Breitbahn im Vergleich an einem DIN-A4-Bogen: Die Linien stehen für den Faserverlauf.

Beispiele für Laufrichtung

Bei Büchern und Zeitschriften muss die Laufrichtung immer parallel zum Buchrücken verlaufen, sonst lassen sich die Seiten nur schwer glatt umblättern und der Rücken bricht beim Aufschlagen leicht. Eine Ausnahme bilden Bezugsmaterialien für Ordner oder Ringbücher, bei denen die Laufrichtung bewusst quer zum Rücken gewählt wird, damit das Material beim Öffnen und Schließen stabiler bleibt. Bei Querkalendern oder Leporellos wird dagegen oft gezielt Breitbahn eingesetzt, weil das Papier so in der kurzen Richtung besonders stabil ist.

Wusstest du?

DIN 16544

Die Kennzeichnung der Laufrichtung ist in Deutschland in der Norm DIN 16544 geregelt. Auf Papierpackungen zeigt meist ein Pfeil an, in welche Richtung die Fasern des Bogens tatsächlich verlaufen.

Drei einfache Tests

Ohne Herstellerangabe lässt sich die Laufrichtung mit drei einfachen Tricks bestimmen: Beim Reißtest reißt das Papier in Laufrichtung glatter ein, beim Falztest lässt es sich in Laufrichtung leichter und ohne Brechen falzen, und beim Feuchtigkeitstest rollt sich ein angefeuchtetes Blatt quer zur Laufrichtung ein.