Passer: wenn Farben im Mehrfarbendruck exakt übereinanderliegen müssen
Was ist Passer?
Passer bezeichnet im Druck das exakte Übereinanderpassen der einzelnen Farben beim Mehrfarbendruck, auch Farbregister oder Passgenauigkeit genannt. Beim klassischen Vierfarbdruck müssen Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz lagegenau übereinander gedruckt werden, damit ein scharfes, sauberes Druckbild entsteht.
Wie wird Passer kontrolliert und was passiert bei Passerfehlern?
Kontrolliert wird der Passer über sogenannte Passermarken, auch Passkreuze genannt: kleine, einem Fadenkreuz ähnelnde Marken mit einer Strichstärke von etwa 0,1 mm und einer Gesamtgröße von 4 bis 10 mm. Sie sitzen außerhalb des späteren Formats, mit 2 bis 4 mm Abstand zum Beschnitt, meist vier Stück pro Druckbogen. Nach dem Druck fallen die Passermarken zusammen mit dem Rand weg und sind im fertigen Produkt nicht mehr sichtbar.
Stimmen die Farbauszüge nicht exakt überein, entstehen sogenannte Blitzer, also kleine Lücken oder Farbverschiebungen zwischen aneinandergrenzenden Flächen, wodurch das Druckbild unscharf oder verwaschen wirkt. Häufige Ursachen für solche Passerfehler sind eine ungenaue Bogenanlage am Anleger der Druckmaschine, Schwankungen in der Laufgeschwindigkeit während des Drucks oder Veränderungen im Papier durch Lagerung und Rollenwicklung.
Häufiger Fehler: Bei der Erstellung der Druckdaten werden Passkreuze gelegentlich mit Schneide- oder Falzmarken verwechselt, dabei haben sie eine andere Funktion: Schneidemarken zeigen, wo geschnitten wird, Passkreuze dagegen dienen ausschließlich dazu, die Druckplatten der einzelnen Farben exakt zueinander auszurichten. In modernen Rollendruckmaschinen übernimmt das inzwischen eine automatische Passersteuerung, die die Marken per Sensor bei voller Produktionsgeschwindigkeit ausliest und laufend nachjustiert.
Beispiele für Passer
Bei einem Hochglanzfoto in einer Broschüre fällt ein Passerfehler sofort auf: Schon eine Abweichung von einem Zehntel Millimeter zeigt sich als feiner farbiger Rand um Kanten und Schrift, weil die vier Druckfarben nicht mehr exakt übereinanderliegen. Bei einer einfarbigen Visitenkarte spielt der Passer dagegen keine Rolle, da hier gar keine mehreren Farbauszüge übereinandergedruckt werden.
Wusstest du?
Aus der Handsetzerei
Der Begriff „Passer“ stammt aus der Zeit des Buchdrucks, als Drucker mehrere Druckformen von Hand so „passend“ zueinander ausrichten mussten, dass Text und Bild exakt übereinanderstanden.
Kaum wahrnehmbar
Moderne Passermarken sind oft nur noch etwa einen Millimeter groß und damit für das bloße Auge auf dem fertigen Bogen fast unsichtbar.
Korrektur in Echtzeit
Zeitungsrotationen drucken bei voller Geschwindigkeit und korrigieren den Passer währenddessen automatisch per Sensor, eine manuelle Nachjustierung wäre bei diesem Tempo gar nicht mehr möglich.
Register und Passer
In der Fachsprache wird Passer gelegentlich auch als Farbregister bezeichnet, beide Begriffe meinen in der Praxis dasselbe Phänomen im Mehrfarbendruck.