PDF Druck: Die richtige Datei für die Druckerei
Was ist PDF Druck?
Wer ein fertiges Layout bei einer Druckerei in Auftrag gibt, liefert die Daten in aller Regel als PDF. PDF Druck bezeichnet eine PDF-Datei, die speziell für die Anforderungen des professionellen Drucks aufbereitet wurde, mit eingebetteten Schriften, dem richtigen Farbraum und ausreichender Bildauflösung. Ein normales, nur für den Bildschirm optimiertes PDF erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht.
PDF/X: der Standard hinter druckfähigen PDFs
Damit eine PDF-Datei zuverlässig in der Druckerei verarbeitet werden kann, hat sich der Standard PDF/X etabliert, eine speziell für den Druck entwickelte Untermenge des normalen PDF-Formats, festgelegt in der Normenreihe ISO 15930. PDF/X schließt Elemente aus, die das Druckergebnis unvorhersehbar machen würden, etwa Video, Audio oder eine Verschlüsselung, und schreibt gleichzeitig vor, was enthalten sein muss, etwa eingebettete Schriften.
Die gebräuchlichsten Varianten unterscheiden sich vor allem im Umgang mit Farbe und Transparenz: PDF/X-1a erlaubt ausschließlich CMYK und Sonderfarben und keine Transparenzen, PDF/X-3 lässt zusätzlich RGB, LAB und ICC-basierte Farben zu, wandelt Transparenzen dabei aber automatisch um, und PDF/X-4 unterstützt echte, unveränderte Transparenzen und Ebenen und eignet sich damit besonders für moderne Layouts mit Verläufen oder Schatten.
Typische Fehlerquellen bei der Erstellung sind nicht eingebettete Schriften, die beim Druck unbemerkt durch eine andere Schrift ersetzt werden, Bilder im RGB-Farbraum statt CMYK, zu stark komprimierte JPEGs mit sichtbaren Artefakten sowie schwarzer Text, der aus mehreren Farbkanälen statt reinem Schwarz aufgebaut ist und dadurch leicht unscharf wirken kann.
Beispiele für PDF Druck
Beim Export aus InDesign oder Illustrator wählt man für eine Broschüre mit Verläufen und transparenten Elementen in der Regel die Voreinstellung „PDF/X-4:2010“, die diese Effekte unverändert übernimmt. Für einfachere Drucksachen ohne Transparenzen, etwa eine reine Textbroschüre oder Zeitungsanzeige, reicht dagegen oft PDF/X-1a. Viele Druckereien bieten zusätzlich eine kostenlose Preflight-Prüfung an, die die fertige Datei automatisch auf fehlende Schriften, falsche Farbräume oder zu geringe Auflösung kontrolliert, bevor die Datei tatsächlich gedruckt wird.
Wusstest du?
Das PDF-Format wurde 1993 von Adobe-Mitgründer John Warnock unter dem internen Projektnamen „Camelot“ entwickelt, mit dem Ziel, Dokumente unabhängig vom verwendeten Programm oder Betriebssystem originalgetreu darzustellen.
Der deutsche Medienstandard Druck empfiehlt PDF/X ausdrücklich auch als Format für farbverbindliche Proofs, er baut dabei auf dem in der Normenreihe ISO 12647 festgelegten Prozess Standard Offset (PSO) auf.