Bilderdruckpapier: gestrichenes Papier für brillante Druckergebnisse
Warum wirken Fotos auf normalem Papier oft blass?
Ungestrichenes Papier saugt Druckfarbe stark auf, wodurch Farben matt und Konturen unscharf wirken. Bilderdruckpapier, auch als gestrichene Papiere bezeichnet, löst dieses Problem: Eine feine Beschichtung verschließt die Papieroberfläche, sodass die Farbe obenauf bleibt und Bilder deutlich schärfer und kontrastreicher erscheinen.
Wie entsteht der Strich auf Bilderdruckpapier?
Die Beschichtung besteht aus feinen Pigmenten wie Kaolin, Calciumcarbonat oder Titandioxid, gebunden mit Latex oder Stärke. Diese Streichmasse wird ein- oder beidseitig auf die Papierbahn aufgetragen und anschließend geglättet, wodurch die offenen Fasern des Rohpapiers verschlossen werden. Angeboten wird Bilderdruckpapier in drei Glanzgraden: glänzend für maximale Farbsättigung, matt für blendfreies Lesen und seidenmatt als Kompromiss dazwischen. Gängige Grammaturen reichen von 70 g/m² bis 170 g/m² als Papier, als Karton auch deutlich darüber. Eine einseitig gestrichene Variante ist das im Glossar bereits erklärte Affichenpapier, das vor allem für Plakate zum Einsatz kommt.
Häufiger Fehler: Für textlastige Broschüren wird oft versehentlich glänzendes Bilderdruckpapier gewählt. Bei hellem Licht spiegelt die Oberfläche dann so stark, dass sich Fließtext schlecht lesen lässt. Für Produkte mit viel Text eignet sich matt oder seidenmatt besser, glänzend bleibt die richtige Wahl für bildlastige Motive wie Fotokalender.
Beispiele für Bilderdruckpapier
Typische Einsatzgebiete sind Imagebroschüren und Kataloge mit vielen Produktfotos, Fotokalender, hochwertige Flyer sowie Postkarten, bei denen die Bildschärfe im Vordergrund steht. Auch Visitenkarten mit Porträtfoto profitieren von der glatten, farbintensiven Oberfläche.
Wusstest du?
Ein Erbe des Rasterdrucks
Der ältere deutsche Name Kunstdruckpapier stammt aus der Zeit, als der Rasterdruck für Zeitschriften aufkam: Erst eine glatte, gestrichene Oberfläche machte feine Halbtonraster überhaupt scharf druckbar.
Dünner bei gleichem Gewicht
Weil die Streichmasse die Papierfasern verdichtet, fühlt sich ein gestrichenes Blatt bei gleicher Grammatur spürbar dünner an als ein ungestrichenes Blatt desselben Gewichts.
Auch gestrichen nachhaltig
Gestrichene Papiere gibt es längst auch mit FSC-Zertifizierung, die Beschichtung selbst steht einer verantwortungsvollen Holzherkunft also nicht im Weg.