4/4-farbig: Beidseitig im Vierfarbdruck
Was bedeutet 4/4-farbig?
4/4-farbig bedeutet, dass sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite eines Druckprodukts im vollen CMYK-Vierfarbdruck bedruckt werden, also mit Cyan, Magenta, Yellow und Key auf beiden Seiten. Die erste Zahl vor dem Schrägstrich steht dabei immer für die Vorderseite, die zweite für die Rückseite.
Wie die Farbangaben X/Y funktionieren
Die Schreibweise mit Schrägstrich ist bei den gewerblichen Hauptdruckverfahren nach DIN 16500 üblich, besonders wenn in Euroskala, also CMYK, gedruckt wird. 4/0-farbig bedeutet demnach vierfarbiger Druck nur auf der Vorderseite, die Rückseite bleibt leer. 4/1-farbig steht für eine vierfarbige Vorderseite mit einfarbiger, meist schwarzer Rückseite. 1/1-farbig wiederum heißt, dass beide Seiten nur einfarbig bedruckt werden. Kommt zusätzlich eine Sonderfarbe wie Pantone oder HKS hinzu, etwa für ein exaktes Firmenlogo, spricht man von 5/0-farbig, wenn nur die Vorderseite die zusätzliche Farbe trägt, oder von 5/4-farbig, wenn die Vorderseite fünffarbig und die Rückseite regulär vierfarbig bedruckt wird. Diese Angaben sind nicht nur technisch wichtig, sie wirken sich auch direkt auf die Kalkulation der Druckkosten aus, da mehr Farben mehr Druckwerke und damit mehr Aufwand bedeuten.
In der Praxis ist 4/4-farbig der Standard für beidseitig hochwertig gestaltete Drucksachen wie Flyer oder doppelseitig bedruckte Visitenkarten, während 4/0-farbig ausreicht, wenn die Rückseite ohnehin leer bleiben soll, etwa bei einseitig gestalteten Postkarten.

Beispiele für 4/4-farbig
Neben dem klassischen beidseitigen Vierfarbdruck gibt es Sonderfälle, die von der üblichen Logik abweichen: Bei 1/0-farbig auf transparenter Folie wird zum Beispiel ausschließlich Weiß gedruckt, auch wenn das Motiv mehrfarbig wirken soll, damit es später hinterleuchtet oder auf farbigem Untergrund sichtbar wird. Bei 5/0-farbig kommt zum vierfarbigen CMYK-Druck zusätzlich ein Weißunterdruck hinzu, der ein farbiges Motiv auf transparentem Material blickdicht macht, etwa bei Aufklebern oder Folien für die Werbetechnik.
Wusstest du?
Um 4/4-farbig in nur einem Durchgang zu drucken, braucht eine Bogenoffsetmaschine acht hintereinander angeordnete Druckwerke, vier für die Vorderseite und vier für die Rückseite.
Fachlich korrekt ist die zuerst gedruckte Seite der Schöndruck und die nach dem Wenden gedruckte Seite der Widerdruck. Unter 4/4-Druckern hat sich umgangssprachlich aber genau die umgekehrte Bezeichnung eingebürgert, weil die zweite Seite eben etwas „schöner“ aussieht.