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Papiersorten: der Überblick über die wichtigsten Papiertypen im Druck

Was sind Papiersorten?

Papiersorten (auch Papiertypen genannt) bezeichnen die verschiedenen Papierarten, die sich nach Ausgangsmaterial, Herstellung, Oberfläche und Verwendungszweck unterscheiden. Die beiden wichtigsten Einteilungskriterien sind, ob ein Papier gestrichen oder ungestrichen ist und ob es aus holzfreiem oder holzhaltigem Zellstoff besteht, daraus leiten sich die meisten gängigen Papiersorten ab. Typischerweise gelten Druckmaterialien bis etwa 135 g/m² als Papier, alles Schwerere wird als Karton gewertet und fällt nicht mehr unter die hier behandelten Papiersorten.

Gängige Papiere im Druck

Die Basis fast aller grafischen Papiere ist die Unterscheidung zwischen holzfreiem Papier, mit höchstens 5% Gewichtsanteil an verholzten Fasern und entsprechend alterungsbeständig, und holzhaltigem Papier (auch Holzschliffpapier), das mehr Holzstoff enthält, günstiger ist, aber schneller vergilbt, etwa bei Zeitungspapier. Darauf bauen die Standardsorten für den Drucksektor auf:

  • Offsetpapier – geleimtes, ungestrichenes Standardpapier mit guter Formstabilität, meist zwischen 70 und 120 g/m², die mit Abstand gebräuchlichste Sorte für Flyer, Broschüren und Bücher.
  • Naturpapier (Naturoffsetpapier) – ungestrichenes Papier mit höchstens 5 g/m² Oberflächenbehandlung, wirkt durch den höheren Faseranteil voluminöser und wärmer im Ton als glattes Offsetpapier.
  • LWC-Papier – „Light Weight Coated“, ein dünn gestrichenes Papier bis etwa 72 g/m² mit 5 bis 10 g/m² Strich pro Seite, verbindet geringes Gewicht mit guter Druckqualität, typisch für Beilagen und Kataloge.
  • Feinpapier, Feinstpapiere, mittelfeine und maschinenglatte Papiere – Abstufungen innerhalb der holzfreien, glatten Papiere nach Reinheit und Oberflächengüte, von einfacherem Officepapier bis zu hochwertigen Papieren für anspruchsvolle Geschäftsdrucksachen.

Öko- und Recyclingpapier

Bei nachhaltigen Papieren lohnt sich ein genauer Blick auf das Siegel. Recyclingpapier mit dem Blauen Engel steht für 100% Altpapiereinsatz und verzichtet zusätzlich auf Chlor, optische Aufheller und halogenierte Bleichmittel, dadurch gilt es als die ökologisch strengste Auszeichnung am Markt. FSC-zertifiziertes Papier bezieht sich dagegen in erster Linie auf eine nachhaltige Forstwirtschaft und besteht meist überwiegend aus Frischfasern, ist also nicht automatisch Recyclingpapier.

GRAMMATURBEREICHE IM VERGLEICH Dünndruck 25–60 g/m² LWC-Papier bis 72 g/m² Offsetpapier 70–120 g/m² 0 65 130 g/m²
Dünndruckpapier und LWC-Papier liegen deutlich unter der üblichen Offsetpapier-Grammatur von 70 bis 120 g/m².

Spezial- und Einsatzpapiere

Neben den gängigen Papieren gibt es eine Reihe von Sorten, die gezielt für einen bestimmten Einsatzzweck entwickelt wurden und im normalen Broschürendruck kaum vorkommen:

  • Dünndruckpapier – sehr leichtes Papier zwischen 25 und 60 g/m², durch mineralische Füllstoffe trotzdem mit hoher Opazität, damit bei sehr umfangreichen Werken wie Bibeln oder dicken Katalogen der Druck der Rückseite nicht durchscheint.
  • Feine Marken- und Briefpapiere – hochwertige Papiere wie Munken oder Metapaper, oft mit Recyclinganteil oder besonderer Haptik, typischerweise für Visitenkarten, Briefbögen und edle Geschäftsausstattung.
  • Wasserzeichenpapier – Naturpapier mit einem während der Herstellung ins Blatt eingebrachten Zeichen, früher Standard bei gehobenem Geschäftsbriefpapier und bis heute bei Urkunden als Echtheitsmerkmal gefragt, bekannt etwa durch die Marke Conqueror.
  • Büttenpapier – hochwertiges Papier mit warmtoniger, leicht genarbter Oberfläche und unregelmäßigem, ungeschnittenem Rand, oft mit hohem Baumwollanteil, typisch für Urkunden, edle Einladungen und repräsentative Briefbögen, etwa von der Papierfabrik Zerkall.
  • Japanpapier (Washi) – traditionell aus Kozo-, Mitsumata- oder Gampi-Fasern handgeschöpftes Papier, sehr dünn und zugleich extrem reißfest, im Druckalltag selten, aber gefragt für Kunstdrucke, Restaurierung und Origami.
  • SD-Papier (selbstdurchschreibende Papiere) – chemisch beschichtetes Papier mit Mikrokapseln, das beim Druck oder Schreiben ohne Kohlepapier auf die nächste Lage durchschlägt, Standard für Durchschreibesätze wie Lieferscheine oder Quittungsblöcke.
  • Preprint- und Laser-Offsetpapier – Offsetpapier, das zunächst im Offsetdruck vorgedruckt wird (etwa ein Briefkopf) und anschließend hitzebeständig genug bleibt, um im Laserdrucker individuell weiterbedruckt zu werden, ohne dass sich Toner oder Vordruck lösen.

Beispiele für die Papiersorten-Wahl

Für eine Imagebroschüre greifen die meisten Druckereien automatisch zu Offsetpapier oder, bei Bildern mit viel Kontrast, zu gestrichenem LWC-Papier. Soll das Ergebnis nachhaltig und trotzdem hochwertig wirken, ersetzt Recyclingpapier mit Blauem Engel das klassische Naturpapier, ohne dass Kunden den Unterschied in der Hand bemerken. Und während ein dicker Produktkatalog mit 300 Seiten ohne Dünndruckpapier unhandlich und schwer würde, wäre genau dieses Papier für einen Flyer die falsche Wahl, da es zu dünn und zu weich für den Einzelbogen ist.

Wusstest du?

Norm

Vier Großgruppen

Fachlich wird Papier in vier große Gruppen eingeteilt: grafische Papiere, Verpackungspapier und Karton, Hygienepapiere sowie technische und Spezialpapiere.

Schwelle

5 Prozent entscheiden

Ob ein Papier offiziell als holzfrei gilt, hängt an einer einzigen Zahl: Liegt der Anteil verholzter Fasern bei mehr als 5%, gilt es bereits als holzhaltig.

Herkunft

Washi ist Handarbeit

Echtes japanisches Washi-Papier wird bis heute von Hand aus Bastfasern geschöpft, nicht aus Holzzellstoff, was ihm seine außergewöhnliche Reißfestigkeit trotz geringer Dicke verleiht.

Technik

Durchschlag ohne Kohle

SD-Papier ersetzte ab den 1950er-Jahren das klassische Kohlepapier, winzige Farbkapseln auf der Rückseite platzen beim Schreibdruck auf und übertragen die Farbe auf das Blatt darunter.