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Vektorgrafik: Warum Druckdaten mathematisch statt aus Pixeln bestehen sollten

Was ist eine Vektorgrafik?

Ein Logo wird für die Visitenkarte genauso gebraucht wie für ein 3 Meter breites Banner, in derselben Datei, ohne dass es an einer Stelle plötzlich verpixelt aussieht. Genau dieses Problem löst die Vektorgrafik: Statt aus einem festen Raster einzelner Bildpunkte besteht sie aus mathematisch beschriebenen Linien, Kurven und Flächen, die sich verlustfrei auf jede beliebige Größe skalieren lassen.

Wie unterscheidet sich eine Vektorgrafik von einem normalen Bild?

Eine Rastergrafik wie ein Foto besteht aus einer festen Anzahl Bildpunkte, deren Schärfe direkt von der Auflösung abhängt. Eine Vektorgrafik dagegen speichert nur Koordinaten, Pfade und Kurven, aus denen die Form bei jeder Größe neu berechnet wird. Dadurch bleibt eine Kontur beim Drucken auf einem Kugelschreiber genauso scharf wie auf einer Hausfassade, weil es rein rechnerisch keine Pixel gibt, die sichtbar werden könnten.

Gängige Vektorformate im Druckalltag sind AI und EPS aus Illustrator-Workflows, das offene Webformat SVG sowie eine PDF Druck-Datei, sofern sie wirklich vektorbasierten Inhalt statt eines eingebetteten Bildes enthält. Ein typischer Praxisfehler: Eine PDF-Datei allein garantiert noch keine Vektorqualität, enthält sie ein eingescanntes oder als Bild platziertes Logo, ist sie im Kern trotzdem eine Rastergrafik und bringt beim Großformatdruck dieselben Probleme mit.

Für druckerei.de besonders relevant: Auch beim Schneidplotter für Aufkleber, Folien oder Fahrzeugbeschriftungen braucht die Maschine echte Vektorpfade als Schnittkontur, ein reines Pixelbild kann nicht direkt geschnitten werden.

Rastergrafik klein: wirkt scharf groß: wird pixelig Vektorgrafik klein: scharf groß: weiterhin scharf
Dieselbe Form vergrößert: Die Rastergrafik wird pixelig, die Vektorgrafik bleibt bei jeder Größe scharf.

Beispiele für Vektorgrafik

Ein Firmenlogo liegt in aller Regel als Vektorformat vor, genau deshalb lässt es sich ohne Qualitätsverlust auf eine Visitenkarte genauso drucken wie auf ein Messebanner. Auch technische Zeichnungen, Icons, Diagramme und reine Schriftzüge werden fast immer vektorbasiert angelegt. Ein echtes Foto dagegen bleibt fast immer eine Rastergrafik, denn feine Farbverläufe und fotografische Details lassen sich kaum sinnvoll in einzelne Pfade umwandeln.

Wusstest du?

Ursprung

Entwickelt für Autokarosserien

Die Bézierkurven, auf denen fast jede Vektorgrafik beruht, entwickelte der französische Ingenieur Pierre Bézier in den 1960er Jahren bei Renault, um Fahrzeugkarosserien am Computer zu modellieren.

Standard

SVG seit 2001

Das offene Vektorformat SVG wurde am 4. September 2001 vom World Wide Web Consortium (W3C) als offizieller Standard veröffentlicht und baut auf XML auf.

Drucktechnik

PostScript seit 1984

Das 1984 von Adobe veröffentlichte PostScript legte den Grundstein für das heute noch gebräuchliche Vektorformat EPS in der professionellen Druckvorstufe.

Versteckt im Alltag

Auch Schriften sind Vektoren

Digitale Schriftarten wie TrueType und OpenType sind technisch selbst Vektorgrafiken: Jeder Buchstabe ist ein mathematisch beschriebener Umriss, deshalb bleibt Text beim Drucken immer scharf.